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Biuschofundich_2ISKENDERUN. 21. Jänner 2013. Das alte Alexandrette, eine Gründung Alexanders des Grossen, ja der: „drei-drei-drei bei Issos grosse Keilerei“ – in gleichen Jahr 333 v. Chr., gleich nach der Schlacht sozusagen. Ein paar Jahre und einige Schlachten später kamen wir, die Friedensradler im Jahr 2009, am 10. Mai, ein Tag voller Sonnenschein und Wärme und kein Schlachtenlärm weit und breit. Aber – ob Frieden war?  Den Iskenderun-Kebap hatte ich in Istanbul kennen und schätzen gelernt. Wie Bischof Luigi Padovese (im Bild rechts), der uns an jenem Maitag erwartete. Der Duft von frischem Espresso und die ruhige Gelassenheit des Bischofs im weiten, schattigen Innenhof des schönen Anwesens, gleich bei seiner Kirche – so etwa könnte Frieden sich anfühlen, wenn er in der Liebe Gottes wurzelt und mit Vergebung einhergeht. Denn: Don Luigi Santoro, ein priesterlicher Mitarbeiter des Bischofs ist am 5. Februar 2006 in Trabzon (türkische Stadt am Schwarzen Meer) während er in der Kirche betete, von hinten erschossen worden. Der Bischof richtete daraufhin in seinem Haus das „Instituto per il dialogo religosa Don Andrea Santoro“ ein und veranstaltete jedes Jahr interreligiöse Tagungen, Gespräche und Dialoge mit Wissenschaftlern aller Glaubensrichtungen. Mit Bischof Liugi fanden wir Herzensgüte gepaart mit Intellekt und biblisch inspiriertem Glauben an Christus. Wir – die Friedensradler – waren längst wieder zu Hause. Da traf es mich wie eine Keule: „Unser“ bischöflicher Freund war am 3. Juni 2010 von seinem Chauffeur, der in einem Vertrauensverhältnis zu ihm stand, in seinem Auto mit einem Messer erstochen. Bisschen viel auf einmal für eine sehr alte, türkische Stadt am Mittelmeer. Aber es ist altes Glaubensland, ein Wetterwinkel der Religion, das alte Land der Bekenner und Glaubenszeugen, immer schon und wenn du Barbara, Margarethe, Kosmos oder Damian, Bonifatius oder Blasius heißt, bist du nicht nur dabei sondern mittendrin. Wie die deutschen Raketenbatterien mit dem sinningen Namen „Patriot“. Sie sind am 21. Jänner 2013 im Hafen von Iskenderun an Land gefahren. Syrien ist nicht mehr weit. Dort ist schon (viel zu) lange Krieg, Mord und Totschlag und unendliches Leid, von den Flüchtlingen gar nicht zu reden. Iskenderun ist nicht nur einer der größten MIttelmeerhäfen sondern ein ebenso wichtiger amerikanischer Luftwaffenstützpunkt – ok, hi patriots! – Herr Oberst Marcus Ellermann, der den NATO-Einsatz der Raketenungeütme an der syrisch-türischen Grenze begleitet, sprach von einem „Signal der Abschreckung“. Nun, hatten wir nicht gerade diese Abschreckungssache hinter uns gelassen, uns gefreut, dass es nun vorbei sein könnte. Nichts da, Freude ist nicht so sehr gefragt bei der Abschreckung. Also:  Ich war mit dem Fahrrad in Iskenderun, mit Freunden, und wir haben ihn, das göttliche Geschenk erahnt, so – wie es in der Bibel heißt – den Frieden, wie ihn die Welt zwar nicht GEBEN – aber ERAHNEN – lassen kann. Aber die Panzer rasseln durch meinen Kopf, und die Raketen stechen in den syrisch-türkischen Himmel, der ihrer grad wie auch meiner ist, und im Traum gründe ich interreligiöse Friedensinstitute, in denen es nach echt italienischem Espresso duftet, zubereitet von grauhaarigen, fröhlichen Nonnen.

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