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Plakatierte Nächstenliebe

Die FPÖ hat ihren Wahlkampf eröffnet und die Liebe zum Nächsten plakatiert. Die Kirche(n) reagieren verlegen. Die hemmlungslose Ausbeutung der emotional-religiösen Begriffswelt signalisiert den weit fortgeschrittenen, gesellschaftlichen Zynismus, ohne den ein solcher Wahlk(r)ampf nicht funktionieren kann.. 

IMG_6393Während sich die Evangelischen in die Bresche werfen (nicht nur der Herr Chalupka, eher sanft und besonnen, sondern auch sein Chef, Bischof Bünker, der poltert ganz ordentlich) ist von den Katholischen wenig zu hören – oder übersehe ich da etwas?
Offenbar wird, dass die Kirche(n) die „Themenführerschaft“, oder genauer: ihre „Interpretationshoheit“ definitiv verloren, wenn nicht verspielt, haben.
Es ist noch nicht lange her, dass Eskimo-Langnese eine Serie bestimmter Eissorten nach den sieben Hauptsünden benannt hat. Und dass „Geiz geil ist“, hat den Leuten vom Mediamarkt gute Umsätze und viel Publizität gebracht. Weshalb also, sollte denn ein Politiker mit der „Nächstenliebe“ auf seinen Plakaten hausieren gehen?

Strache steht zu seinen Plakaten, wie zu sich selbst. Nicht erst seit heute plakatiert er bzw. seine Partei ihre ureigenste Haltung, ihre Denk- und Handlungsweise, die – was man auch nicht er seit heute erlebt – durch „beißenden Spott geprägt ist und dabei oft bewusst die Gefühle anderer Personen oder gesellschaftlicher Konventionen missachtet“. Genau so aber wird Zynismus bzw. das Adjektiv zynisch definiert. Das aktuelle Plakat der FPÖ und die Strategie von H. C. Strache können nur vor dem Hintergrund eines gesamtgesellschaftlich wohlgelittenen, ja populären und als ’normal‘ angesehenen Zynismus funktionieren.

Was kann man tun?

  • In der Praxis ist plakatierte Nächstenliebe leicht von echter Nächstenliebe zu unterscheiden. So leicht, wie ein Porno von leibhaftiger Liebe, nur zum Beispiel.
  • Wer es theoretischer mag, kann im 1. Brief an die Korinther, Kap. 13 nachlesen. Wie weit die FPÖ-Plakat-Liebe von der Wirklichkeit entfernt ist, lässt sich in Kilometern gar nicht ausdrücken.

Zum Schluss, die Glaubwürdigkeitsfrage, naja, ein Versuch im Fragment, aber es dürfte klar werden, was gemeint ist:

paaaappiiii
warum sind Plakatwände
sooooooo lang ?
stimmt.
denkt papi.

lügen sagt man
haben
kurze beine.

Ein Kommentar zu “Plakatierte Nächsten Liebe

  1. So fing es damals auch an . . .
    Liebe Österreicher, katholisch, evangelisch oder sonst irgend etwas oder ohne Glauben, bitte stellt euch quer.
    Die Toten mahnen . . .

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