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2012-06-06 14.32.41Das Bundesheer ist pleite. Sagt der Verteidigungsminister: „Die Armee ist mit diesem Budget nicht mehr finanzierbar“, wird er zitiert. Das Budget sagt man uns, ist die in Zahlen gegossene Politik – pardon: „gegossen“? Das erinnert an „Gold gab ich für Eisen“ – den erfolgreichen Appell der preussischen Prinzessin Marianne aus dem Jahr 1813 an die Deutschen um den Krieg gegen die Franzosen zu finanzieren.

Zurück an die Hauptfront: Das österreichische Volk hat sein Gold zur Aufrechterhaltung der vermeintlich unverzichtbaren militärischen Grundfunktionen des regelrecht herabgewirtschafteten Bundesheeres zu letzten Mal vor einem Jahr, einem Monat und acht Tagen gegeben. In Form eines mehrheitlichen JA zu einer Wehrpflicht, gegossen in die Form eines überholten, überschätzten, überinterpretierten und überteuren, ungesunden und dummen Militarismus, der in Österreich teilweise aussieht und daherkommt wie das finanziell, ideel und wirtschaftlich nunmehr ziemlich endgültig – weil kein Geld mehr da ist – heruntergekommene Bundesheer.

Keine einzige der in letzten Jahrzehnten immer wieder angegangenen Reformen ist auch nurüber die Anfänge hinausgekommen. Und wenn wir – das Volk – Glück haben und der Generalstab bis Ende des Jahres vernünftig arbeitet, wird es das Bundesheer in der bisherigen Form Anfang 2015 nicht mehr geben. Ziemlich verarmt wird der österreichische Militarismus die Uniformhosen herunterlassen müssen.

Ergo: Arm aber sexy? Das Koalitionsversprechen, die Attraktivität des Herres zu fördern erweist sich als gefährlicher Blindgänger, ein dummes Überbleibsel aus den Marketingschlachten der letzten Jahrzehnte, kaum bis gar nicht zu entschärfen und damit unkontrollierbar und gefährlich. Ist aber nicht so schlimm, man hat ja – wie im Bankwesen auch – ein paar gute Adressen von ausländischen Entschärfungskommandos – oder? Bleibt noch die Inlands-Katastrophenhilfe, die man klugerweise behalten möchte wie die 1100 Spezialisten für die Auslandseinsätze. Gut, dass das gibt, sagen Bürger/innen, das soll bleiben! Aber ebenso sicher ist, dass sie wohl kaum bereit sein werden, diese Perlen ziviler Lebenskultur den Säuen des Militarismus vorzuwerfen – oder?

Die Zukunft wächst uns von woanders her zu: 1975 wurde der Zivildienst eingeführt und es gab 344 Zivis. Letztes Jahr waren es 14.000 Zuweisungen. Die Zurückweisung der Atomkraft (Zwentendorf 1978) machte das Land unerhört zukunftsfähig. Das Schicksal der Raucher/innen, das Bankgeheimnis in der Schweiz und in Liechtenstein ist mehr oder weniger gefallen. Das alles scheint wegweisend für den Militarismus. Die Kulturen sind nicht auf militaristischem Sand sondern auf zivilen Fels erbaut. Wer sich umschaut sieht dem musealen Charakter und Wert von allem Uniformierten. Und ein Kassasturz bestätigt allemal was Sache ist und wo’s micht mehr lang zu gehen hat.

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