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83863256-w-600Das ist alles zusammen EIN einziges, ziemlich grosses – dem oberen Teil eines Krummstabs ähnliches – ein kapitales Fragezeichen: Hinter den scheeweissen, liturgischen Gewändern der Kleriker leuchtete, nein: schillerte es in den grauen Himmel Roms – und man musste schon beide Augen heftig zudrücken, um es zu übersehen.
Ein Papa actualis vivens, ein Papa vivens emeritus, ein Papa sanctus mit Wunder und ein Papa sanctus ohne Wunder präsentierten sich den Gläubigen auf dem Petersplatz, dessen Grenzen für eine Zeit lang mit den Grenzen der Welt verschwommen sind und den horizontlosen Rahmen für einen „4-Papa-Party“ abgaben, die ihresgleichen bis dato noch nicht gefunden hatte und deshalb als „historisch“ qualifiziert wurde. Die katholische Version des Vatertages ?
Mit Robert Mugabe, Diktator mit blutigen Händen, direkt aus Zimbabwe angereist; alte Herrlichkeiten und zeitweilige Elefantenjäger und ähnliches mehr, immer mit den mehr oder weniger häufig betrogenen Ehefrauen, züchtig mit bedecktem Haupt und die Hände des ‚Paps‘ küssend, der sein Ohr – post festum, klar – ganz dem Herrn Gänswein geliehen hatte, damit er ihm die richtigen Namen einflüstern konnte … zur richtige Zeit … und dann, ja eben –
Heerscharen von in Weiss gekleideten Klerikern (Patres, Fratres, Fratellis et cetera) am Weissen Sonntag – hätte die Sonne geschienen, wäre er vor lauter strahlendem Glanz und Gloria zum „Weisser-als-weiss(en)-Sonntag“ mutiert – und die Diözese Rom hätte den „Weissen Riesen“ (sic!) auch noch zu den Sponsoren ihrer Sancti nehmen können.
Der gute Angelo aus Sotto il Monte (I)  und der ‚eilige’ Karol aus Wadowicze (PL) sind von ihren Nachfolgern Benedikt aus Marktl am Inn (D) – als Vorbereiter – und von Jorge aus Flores bzw. Buenos Aires (RA) als Realisator zur Ehre der Altäre gehievt worden. Der eine mit der andere ohne Dispens vom Wunder. Der eine soll – vom Himmel aus (!) – das Rumoren der Einen der andere das der Anderen befrieden. Eine Heiligsprechung als beruhigender Eingriff in offene Klerikerquerelen – ziemlich steile, doch unwidersprochene These, die da die Runde durch die Kommenatatorenkabinen machte. Querelen, die Jesus – damals – auf kurzem Wege so löste: „Und ich rief ein Kind zu mit, herzte es stellte es mitten unter sie. Wenn ihr nicht umkehrt …“ (1)
Wenn alte Herren in gewissen Stunden ihre Lebenswerke betrachten – bisschen traurig, bisschen fröhlich und mit einer gewissen, gelassenen Feierlichkeit das Vereinsheim bevölkern – und sich erklären, wie wichtig und bedeutsam – als ob es gestern gewesen wäre – es doch gewesen sei. Tja, das passiert mir schon auch – von Zeit zu Zeit! Dann glorifizieren wir ein bisschen die Taten der alten Tage, stellen sie ins warme Leuchten der untergehenden Sonne, dorthin, wo zur rechten Zeit auch Zwerge lange Schatten werfen! Und mit dem weichen Erinnerungs-Radiergummi sorgen wir für Profilschärfe – für die Söhne in Zukunft eher als für uns!
„Bitte nicht stören“ hört man dann das Mariele vom Kronenwirt von hinter dem Zapfhahn her rufen: „Papaparlaparty“… und wenn sie gut drauf ist, am Samstagabend, nach der Frauenmesse, zum Beispiel, dann ruft sie zum Stammtisch hinüber:  „Wenn der Tag kommt, werden euch die Augen übergehen, frei nach Jo 16″, denn das Marille hat einen ausgesprochenen Sensus fidelium. Und dann ruft sie noch: Na dann, prost!
(1) nach Jörg Amann, Vater, warum hast du mich verlassen. Die Autobiografie Jesu Christi. Arche (Zürich) 2013, S. 65.

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