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we apologize_belgien„Alles beginnt mit einer Unterbrechung“, sagt Paul Valery. Die Unterbrechung der österreichischen Erstarrung angesichts des Flüchtlingsstromes haben wir am vergangenen Wochenende erlebt. Was könnte daraus entstehen, welche Chance haben die Leute der Politik damit vermittelt und wird sie wahrgenommen von den Verantwortlichen?

Es gibt zur Zeit – aber schon länger – wohl keine Menschengruppe, die verunsicherter und hilfloser ist als diejenigen, die Politik machen müssen. Auf welcher Ebene auch immer. Grosse Teile Ihres Wahlvolkes machen ihnen ganz einfach vor, wie man mit Menschen in Not umgeht – man hilft einander, teilt, was man im Haus und im Kühlschrank hat und tut, was man gerne tut, nämlich helfen. Das Bedürfnis, ein guter Mensch sein und zu helfen sitzt tief im Volk.

Ziemlich einigen scheint das eher Angst zu machen als Freude. Die unerhörte Engergie an Güte und Zuwendung rührte manchen zu Tränen. Das ist gut so! Papst Franziskus gehört zu den ganz Wenigen, die es sich in ihrem Amt und ihrer öffentlichen Bedeutung entsprechend leisten können, Tränen zuzulassen – und ernsthaft zu beklagen, dass wir, ja: WIR (!) traurigerweise unfähig geworden sind über das Leid dieser Welt zu weinen.

Wer dem ungarischen Premier nur einen Moment zuhört, erkennt schlagartig seinen inneren Ratgeber, wes „Geistes Kind“ er meint, sein zu müssen. Das Bild der ungarischen jungen Frau am Strassenrand mit dem kleinen Plakat „we apologize“ steht dagegen, wie ein Wegweiser au der engstirnigen und abwehrenden Menschenfeindlichkeit, die so gar nicht dem ungarischen Wesen entspricht. Solche Bilder haben nicht weniger Motivationskraft und Energie wie jenes himmelschreiend traurige Foto des kleinen, ertrunkenen Aylan am Strand von Bodrum.

Jene, die in den vergangenen Tagen an den Bahnhöfen und Strassen zwischen Budapest, Wien und München – die Vielen an vielen anderen Orten in ganz Europa (!) nicht zu vergessen – sind in der Tat und in Wahrheit ihrem Herzen gefolgt sind, können wohl nicht gemeint sein. Sie haben sich hinreissen lassen von der Menschlichkeit angesichts der Not anderer und haben ihrer Herzensgüte Auslauf gewährt.

Da ging ein Ruck durch Österreich. Der „Souverän“ war am Zug – im wahrsten Sinn des Wortes! Einfach und klar haben die Leute gehandelt und so deutlich gemacht, was die erwünschten Dominanten einer europäischen wie österreichischen (Flüchtlings)Politik – zukunftsträchtig anstatt rückwärtsgewandt, offenherzig statt engstirnig –  sind und sein sollen. Eine politische Skizze ist erkennbar, die den Angstmachern und Zweiflern, den Zäunebauern und Verteidigungsprofeten in der Politik wie im gewöhnlichen Leben einiges zu verstehen gegeben hat! Nämlich, eine Politik der offenen Grenzen und der offenen Herzen, das eine wird nicht ohne das andere gehen!

Die aber wird ihren Anfang allemal in einem Moment der Unterbrechung von allem, was das Neue, Mutige, Menschliche hindert, ans Licht der Welt zu kommen. Es ist der Moment des ersten Schrittes mit dem jede Reise beginnt (Lao Tse), den zu tun wir auch heute wieder einladen zu tun, nämlich beim SCHWEIGEN FÜR FRIEDEN (Mo, 7.9., 18 Uhr Bregenz, Kornmarkt).

Mehr dazu: http//schweigenfuerfrieden.com

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