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BFW_Ostermarsch2015-4Selten, dass eine römisch-katholische Kirche den Ort abgibt für die Abschlusskundgebung eines Ostermarsches, auch wenn er „Bodensee-Friedensweg“ heißt und jedes Jahr in einer anderen Stadt am See stattfindet. Es ist KEIN OsterSPAZIERGANG und findet auch nicht am Nachmittag statt. Am Vormittag wird marschiert und demonstriert – ein Stationenweg wird es sein, etwa vier (4) Kilometer durch das Städtle und am See entlang – von Bahnhof bis zur katholischen Kirche von Romanshorn / CH.

Am Ostermontag also in Romanshorn/CH: Ostermarsch – das altmodische Wort für eine unverzichtbare Angelegenheit von aussergewöhnlicher Aktualität: „Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten“ ist das Motto. Es kommt von  Jürgen Grässlin.  Sein Gedanke ist so bitter wie wahr und wirklich. Der Bodenseeraum ist eine Brutstätte des Verderbens. Die deutschen und schweizerischen Waffenproduzenten machen so gute Geschäfte wie selten zuvor. Und auch Österreich hält gut mit. In Syrien, wo Scharfschützen (Snipers) mit Steyr-Mannlicher-Gewehren Menschen töten; oder in Saudi-Arabien wo österreichische Handgranaten eingesetzt werden. Von den Bilanzen der anderen Waffenproduzenten und Exporteuren, wie Frankreich und fast alle anderen EU-Staaten auch, gar nicht zu reden. Man „sät“ Waffen und was man erntet ist Elend, Tod, Verderben und Terror.

Die ATTAC-Rhythm-Group aus Vorarlberg werden in Romanshorn dem Zug vorangehen mit ihren Trommeln. Jeder Trommelschlag steht für unzählige Tote. Und ruft auf: Zur Achtung vor dem Menschen, zum Respekt vor seiner Würde. Und wie die Trommelfelle, so zittern unsere Herzen vor Wut und Trauer angesichts der Opfer der todbringenden Atomkraft: Tchernobyl explodierte vor 30 Jahren – und es ist fünf Jahre her, dass der Tsunami von Fukushima die tödlichen Strahlen freisetzte. „Als die Sonne vom Himmel fiel“ – ist der Titel eines eindrucksvollen Filmes von Aya Domenig – die in Romanshorn sprechen wird. Gemeinsam mit Ulrich Tilgner, Fernsehjournalist und Nahostexperte, bestreitet sie die Abschlußkundgebung in der Kirche von Romanshorn. Jochen Kelter – Lyriker, Schriftsteller aus der Schweiz – wird auch da sein: TTIP, TISA und die Ausbeutung des Menschen durch die Konzerne – das ist sein Thema.

Der Ostermarsch hat symbolische Wurzel: Es ist der biblische Emmausgang. Zwei verzweifelte, untröstlich verzagte Gefährten des gekreuzigten Jesus von Nazaret, fliehen aus Jerusalem nach Emmaus. Noch während sie ihre Zweifel und Sorgen teilen, gesellt sich ein Fremder zu ihnen, einer den sie nicht kennen. Sie geraten ins Gespräch und der Namenlose, der Unbekannte lässt ihnen mit seinen Worten ein Licht aufgehen. Das Licht meiner Begeisterung ist in den 80er-Jahren entzündet worden; währen der Osterferien in der Provence war es, in Apt, zogen sie zu Hunderten an mir vorbei mit ihren Anti-Atom-Transparenten, den „Love not War“-Sprüchen, in ihrem schwarzen Kostümen mit den weiss aufgemalten Skeletten, an die Atomkraftwerke deren tödliche Gefahren erinnernd. Ich habe viel zu lange gebraucht, um die Botschaft zu verstehen. Aber besser spät als nie – oder?

 

 

 

 

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