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Bethlehem macht sich schön, wie jedes Jahr zu Weihnachten. Denn aus der ganzen Welt kommt man in den Geburtsort Jesu. Wer in die Geburtskirche will,  muss am Stadtamt vorbei. Und dort kämpft Vera Baboun, katholische Christin und seit 2012 zur Bürgermeisterin gewählt, mit ihrer ganzen Energie, um ihre Stadt offen zu halten.

Das ist ein ziemlich anspruchsvoller Job, wenn eine Betonmauer die Stadt einschließt. Im Namen der Sicherheit, sagt der Staat Israel. „Im Norden schneidet sie uns von Jerusalem ab“ erklärt Frau Baboun. „Früher waren wir gewohnt, zum Beten in die ‚Heilige Stadt‘ zu gehen. Aber seit 2002 (!) ist diese Mauer da. Wir brauchen eine Genehmigung der israelischen Behörden, um nach Jerusalem zu kommen. Aber nicht nur diese Mauer bringt den Alltag der Leute von Bethlehem durcheinander, sie berührt auch ihren Geist, ihre Kreativität und beschränkt auch ihre Fähigkeit zur Zukunftsgestaltung.“
Vera Baboun verbringt viel Zeit damit, den Besuchern aus aller Welt die Situation ihrer Stadt näher zu bringen. Jüngst hat sie in Frankreich ein bestürzendes Buch vorgestellt. „Ich hoffe, dass mein Buch das Gewissen der Menschen erreicht und dass die Welt eines Tages unseren palästinensischen Staat anerkennt“, sagt die 1964 geborene Palästinenserin, die angesichts der islamistischen Hamas auf einer Liste der Fatah – das ist die von Yasser Arafat, Ex-Chef der PLO, gegründete Partei, gewählt worden ist.
Die Bürgermeisterin kämpft in einer relativ stark patriarchalischen Gesellschaft. „Es braucht daher Demonstrationen, wie den Marsch von ‚Frauen machen Frieden‘, denn Frauen leiden massiv unter dem Konflikt“ bringt sie die Situation in Erinnerung. „Die Frauen sprechen die Sprache des Friedens“ schreibt sie in ihrem Buch. „Sie verdienen es auch, einbezogen zur werden, immer und überall, wo es darum geht, das Leben zu schützen, die körperliche Integrität“.
Sie wird nicht müde, mit erhobenen Armen, eindringlich zu wiederholen: „So lange unsere Stadt, die Wiege des Friedensfürsten, eingemauert ist, wird es keinen Frieden geben können.“

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