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papst_taubeDie aktive Gewaltfreiheit steht im Zentrum der päpstlichen Botschaft zum internationalen katholischen Weltfriedenstag, der am 1. Jänner 2017 zum 50. Mal begangen wird. Viele friedensbewegte Menschen – über alle weltanschaulichen Grenzen hinweg – begrüßen das klare und offene Bekenntnis von Papst Franziskus zu einer grundlegend neuen Ausrichtung einer Friedenspolitik, die im Frieden „den einzig wahren Weg des menschlichen Fortschritts“ erkennt und folgerichtig die „aktive Gewaltfreiheit zum persönlichen Lebensstil“ erklärt.

Am 1. Jänner wird die katholische Kirche zum 50sten Mal ihren weltweiten Friedenstag begehen, der von Paul VI. im Jahre 1968 eingesetzt worden ist. In seiner Botschaft zum Weltfriedenstag – die traditionell am 8. Dezember, dem Immaculata-Fest, veröffentlicht wird – hat Papst Franziskus einen flammenden Appell zur aktiven Gewaltfreiheit lanciert und gibt dem kommenden Weltfriedenstag damit ein hochaktuelles Gepräge. Das ist nun nichts aussergewöhnlich Neues, könnte man sagen. Die Gewaltfreiheit ist ein hohes Ideal, das man von Zeit zu Zeit feierlich würdigt, indem man an heroische Frauen und Männer der Vergangenheit erinnert.

Das versäumt die päpstliche Botschaft natürlich nicht und macht sie auch namhaft: Mahatma Ghandi und Khan Abdul Ghaffar Khan (im Kampf um die Unabhängigkeit Indiens), Martin Luther King (angesichts der Rassentrennung in den USA); die gewaltfrei kämpfenden Frauen bekommen besondere Erwähnung in der Person von Leymah Gbowee (sie rief inmitten des liberianischen Bürgerkrieges eine Gebetsbewegung ins Leben). Man hätte sich auch an die Österreicherin Hildegard Goss-Mayr erinnern können oder an Mairead Corregan-Maguire … aber die Reihe der Menschen, denen die aktive Gewaltfreiheit zum Lebensstil geworden ist lange und sie sind in allen Nationen und Kontinenten der Erde zu Hause.

Doch die aussergewöhnliche Kraft der Botschaft Franziskus’ liegt in der Erinnerung daran, dass die aktive Gewaltfreiheit als eine Haltung des Friedens bis ins Leben eines jede_n einzelne_n von uns  durchdringen soll – und zwar unbedingt und unter allen Umständen. Von der ersten Seite an geht es im darum, deshalb wendet er sich in seiner Botschaft an Gott und bittet ihn, „uns zu helfen, die Gewaltlosigkeit in der Tiefe unserer Gefühle und im innersten Grund unserer persönlichen Werte zu verwurzeln“. Ein_e jede_r von uns soll im Alltag auf jene – auch die verbale – Gewalt verzichten, die am Ende immer zu Krieg und Unrecht führt.

Der Papst denkt aber beispielsweise auch über „die häusliche Wurzel einer Politik der Gewaltfreiheit“ nach. Gewalt und Angst, die im Familienkreis regieren können, – „der Missbrauch von Frauen und Kindern“ – nähren die Gewalt und die Angst in den Gesellschaften und bringt die Menschen dazu, selbst das nukleare Gleichgewicht des Schreckens als wünschenswerte Lösung zu betrachten. Es ist geradezu kühn, auf diese Weise eine Beziehung herzustellen, zwischen der elementarsten Gewalt aus menschlicher Erfindung und der damit unlösbar verknüpften äussersten Möglichkeit der Zerstörung von allem.

Als Gegenmittel schlägt der Papst vor, die Seligpreisungen als „Handbuch“ zu nehmen, wo ebenso einfach wie großartig formuliert ist: „Selig, die keine Gewalt anwenden“. Das sollte jeder Mensch und täglich immer mehr tun und auf diese Weise in Wort und Tat und Wahrheit die aktive Gewaltfreiheit als Weg zum Frieden in das persönliche und gesellschaftliche Leben zu integrieren.

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