m.p.g.a., die fünfte

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Frau Schwendimann, Frau Elias-Zuflüh und Frau Husistein und die „Buchhandlung zur Rose“ sind nominiert für die schweizerische Buchhandlung des Jahres 2017..

m.p.g.a. – die fünfte. handelt von Rosen, von Gilbert Becaud (am Rande) und vom ABSTIMMEN zuerst. wunnn-derrrr-baaaar.

jetzt aber – ABSTIMMEN, wirklich!!! und warum, weshalb, wieso => hier mehr > l’important – c’est la rose ….“ – woher hat Gilbert Becaud das gewußt?

Fotos: © Leonie Schwendimann

aktiv & gewaltfrei

papst_taubeDie aktive Gewaltfreiheit steht im Zentrum der päpstlichen Botschaft zum internationalen katholischen Weltfriedenstag, der am 1. Jänner 2017 zum 50. Mal begangen wird. Viele friedensbewegte Menschen – über alle weltanschaulichen Grenzen hinweg – begrüßen das klare und offene Bekenntnis von Papst Franziskus zu einer grundlegend neuen Ausrichtung einer Friedenspolitik, die im Frieden „den einzig wahren Weg des menschlichen Fortschritts“ erkennt und folgerichtig die „aktive Gewaltfreiheit zum persönlichen Lebensstil“ erklärt.

Am 1. Jänner wird die katholische Kirche zum 50sten Mal ihren weltweiten Friedenstag begehen, der von Paul VI. im Jahre 1968 eingesetzt worden ist. In seiner Botschaft zum Weltfriedenstag – die traditionell am 8. Dezember, dem Immaculata-Fest, veröffentlicht wird – hat Papst Franziskus einen flammenden Appell zur aktiven Gewaltfreiheit lanciert und gibt dem kommenden Weltfriedenstag damit ein hochaktuelles Gepräge. Das ist nun nichts aussergewöhnlich Neues, könnte man sagen. Die Gewaltfreiheit ist ein hohes Ideal, das man von Zeit zu Zeit feierlich würdigt, indem man an heroische Frauen und Männer der Vergangenheit erinnert.

Das versäumt die päpstliche Botschaft natürlich nicht und macht sie auch namhaft: Mahatma Ghandi und Khan Abdul Ghaffar Khan (im Kampf um die Unabhängigkeit Indiens), Martin Luther King (angesichts der Rassentrennung in den USA); die gewaltfrei kämpfenden Frauen bekommen besondere Erwähnung in der Person von Leymah Gbowee (sie rief inmitten des liberianischen Bürgerkrieges eine Gebetsbewegung ins Leben). Man hätte sich auch an die Österreicherin Hildegard Goss-Mayr erinnern können oder an Mairead Corregan-Maguire … aber die Reihe der Menschen, denen die aktive Gewaltfreiheit zum Lebensstil geworden ist lange und sie sind in allen Nationen und Kontinenten der Erde zu Hause.

Doch die aussergewöhnliche Kraft der Botschaft Franziskus’ liegt in der Erinnerung daran, dass die aktive Gewaltfreiheit als eine Haltung des Friedens bis ins Leben eines jede_n einzelne_n von uns  durchdringen soll – und zwar unbedingt und unter allen Umständen. Von der ersten Seite an geht es im darum, deshalb wendet er sich in seiner Botschaft an Gott und bittet ihn, „uns zu helfen, die Gewaltlosigkeit in der Tiefe unserer Gefühle und im innersten Grund unserer persönlichen Werte zu verwurzeln“. Ein_e jede_r von uns soll im Alltag auf jene – auch die verbale – Gewalt verzichten, die am Ende immer zu Krieg und Unrecht führt.

Der Papst denkt aber beispielsweise auch über „die häusliche Wurzel einer Politik der Gewaltfreiheit“ nach. Gewalt und Angst, die im Familienkreis regieren können, – „der Missbrauch von Frauen und Kindern“ – nähren die Gewalt und die Angst in den Gesellschaften und bringt die Menschen dazu, selbst das nukleare Gleichgewicht des Schreckens als wünschenswerte Lösung zu betrachten. Es ist geradezu kühn, auf diese Weise eine Beziehung herzustellen, zwischen der elementarsten Gewalt aus menschlicher Erfindung und der damit unlösbar verknüpften äussersten Möglichkeit der Zerstörung von allem.

Als Gegenmittel schlägt der Papst vor, die Seligpreisungen als „Handbuch“ zu nehmen, wo ebenso einfach wie großartig formuliert ist: „Selig, die keine Gewalt anwenden“. Das sollte jeder Mensch und täglich immer mehr tun und auf diese Weise in Wort und Tat und Wahrheit die aktive Gewaltfreiheit als Weg zum Frieden in das persönliche und gesellschaftliche Leben zu integrieren.

oster- aufstand

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Untrost am Morgen. Verzweiflung zu Mittag. Hungertage. Bombentrichter. Soweit das Auge reicht: Elend, Trümmer, Not. Das alles kommt nach den Waffenfestspielen nicht an den Verhandlungstisch. Nicht die zukunftsleeren Augen. Nicht die Herzen, niedergedrückt vom Unrecht. Nicht die Seelen, ächzend unter der Last des Unglücks. Die Sonne versinkt im täglichen Blutrot.

Die herrschenden Zustände sind der Tod.
Der Tod ist ein herrschender Zustand.
Endlich. Endlich. Endlich.

Kann hören, wer Ohren hat. Kann sehen, wer Augen hat. Kann helfen, wer Hände hat. Kann fühlen, wer ein Herz hat. Kann retten, wer glaubt. Kann hoffen, wer liebt. Kann lieben, wer lebt. Den Tod. Das Leiden. Die Leiden. Die Opfer.

Jenseits aber ist hier. Jetzt aber ist Heute. Schlaf nicht. Nimm die Füsse in die Hand. Hoch, den Kopf. Losschlagen im Takt des Herzens. Aufwachen. Erkennen, die Steine im reissenden Fluss. Beim Gang über das Wasser. Die Bilanzen der Gnade schreiben. Hier ist jenseits. Hier ist heute. Heute und hier ist da und dort.

Es ist an mir. Es ist an dir. Es ist an uns.
Auf. Jetzt.

 

© wb_28032016 (text&foto)

 

danke falke

iuAdvent (2/2) _ Es ist jetzt etwa ein Jahr her. Ich war grad bei der Vorbereitung des Bodensee-Friedensweges 2015 und hatte mein Zeug ausgebreitet, auf dem Tisch in unserem, naja, Wintergarten. Da, ein Anruf. Ein mir völlig unbekannter, junger Mann erzählte von (s)einem Song und dem Video, das er dazu drehen wolle. Ob er beim Friedensweg ein Video machen könne, war seine Frage. So lernte ich Falko Luneau kennen. Er kämpfte für sein Projekt, das jetzt steht und – viel wichtiger – klingt. und Dein Herz öffnen möchte – für den Frieden. Ich weiss, „“Wolfsrachen“ lässt nicht unbedingt Friedliches vermuten … aber, fass Dir ein Herz, lass Dich bewegen, ein kleiner Klick für Dich – ein großer für die Menschheit … 

Manchmal, liebe Leute, gehen das Schweigen und das Singen für Frieden eine wunderbare Beziehung ein. Wir Menschenkinder von allüberall wissen ziemlich gut, was Frieden alles nicht ist … Falko hat einen interessanten Weg für die Botschaft seines Liebes gewählt. Eine Art „Ausschlussverfahren“ ist es und der  Song führt dich konsequent zu jenem Punkt im Leben, wo die grosse Stille ist und das kleine Nichts von allem. Der Song schenkt Dir eine Chance und weckt Friedensbilder IN Dir.

Achte auch Deine inneren Bilder! Wenn Du willst und Du Dich für eines von ihnen – nämlich für DEINES – entscheidest, dann wird es gut. Klar,  ohne Entscheidung geht gar nichts – entscheiden, das macht Dich und uns alle um Dich stark, stark wie ein Fels. Auf diesem Weg findest Du Dich plötzlich wieder, wie in einem namenlosen Horizont – und in dessen Leuchten von vorne her, spürst Du, wie der Friede auf Deine Zuneigung, Deine Entscheidung wartet. Naja, so ist es halt, im Advent!

© Foto: _wb

neue chance

we apologize_belgien„Alles beginnt mit einer Unterbrechung“, sagt Paul Valery. Die Unterbrechung der österreichischen Erstarrung angesichts des Flüchtlingsstromes haben wir am vergangenen Wochenende erlebt. Was könnte daraus entstehen, welche Chance haben die Leute der Politik damit vermittelt und wird sie wahrgenommen von den Verantwortlichen?

Es gibt zur Zeit – aber schon länger – wohl keine Menschengruppe, die verunsicherter und hilfloser ist als diejenigen, die Politik machen müssen. Auf welcher Ebene auch immer. Grosse Teile Ihres Wahlvolkes machen ihnen ganz einfach vor, wie man mit Menschen in Not umgeht – man hilft einander, teilt, was man im Haus und im Kühlschrank hat und tut, was man gerne tut, nämlich helfen. Das Bedürfnis, ein guter Mensch sein und zu helfen sitzt tief im Volk.

Ziemlich einigen scheint das eher Angst zu machen als Freude. Die unerhörte Engergie an Güte und Zuwendung rührte manchen zu Tränen. Das ist gut so! Papst Franziskus gehört zu den ganz Wenigen, die es sich in ihrem Amt und ihrer öffentlichen Bedeutung entsprechend leisten können, Tränen zuzulassen – und ernsthaft zu beklagen, dass wir, ja: WIR (!) traurigerweise unfähig geworden sind über das Leid dieser Welt zu weinen.

Wer dem ungarischen Premier nur einen Moment zuhört, erkennt schlagartig seinen inneren Ratgeber, wes „Geistes Kind“ er meint, sein zu müssen. Das Bild der ungarischen jungen Frau am Strassenrand mit dem kleinen Plakat „we apologize“ steht dagegen, wie ein Wegweiser au der engstirnigen und abwehrenden Menschenfeindlichkeit, die so gar nicht dem ungarischen Wesen entspricht. Solche Bilder haben nicht weniger Motivationskraft und Energie wie jenes himmelschreiend traurige Foto des kleinen, ertrunkenen Aylan am Strand von Bodrum.

Jene, die in den vergangenen Tagen an den Bahnhöfen und Strassen zwischen Budapest, Wien und München – die Vielen an vielen anderen Orten in ganz Europa (!) nicht zu vergessen – sind in der Tat und in Wahrheit ihrem Herzen gefolgt sind, können wohl nicht gemeint sein. Sie haben sich hinreissen lassen von der Menschlichkeit angesichts der Not anderer und haben ihrer Herzensgüte Auslauf gewährt.

Da ging ein Ruck durch Österreich. Der „Souverän“ war am Zug – im wahrsten Sinn des Wortes! Einfach und klar haben die Leute gehandelt und so deutlich gemacht, was die erwünschten Dominanten einer europäischen wie österreichischen (Flüchtlings)Politik – zukunftsträchtig anstatt rückwärtsgewandt, offenherzig statt engstirnig –  sind und sein sollen. Eine politische Skizze ist erkennbar, die den Angstmachern und Zweiflern, den Zäunebauern und Verteidigungsprofeten in der Politik wie im gewöhnlichen Leben einiges zu verstehen gegeben hat! Nämlich, eine Politik der offenen Grenzen und der offenen Herzen, das eine wird nicht ohne das andere gehen!

Die aber wird ihren Anfang allemal in einem Moment der Unterbrechung von allem, was das Neue, Mutige, Menschliche hindert, ans Licht der Welt zu kommen. Es ist der Moment des ersten Schrittes mit dem jede Reise beginnt (Lao Tse), den zu tun wir auch heute wieder einladen zu tun, nämlich beim SCHWEIGEN FÜR FRIEDEN (Mo, 7.9., 18 Uhr Bregenz, Kornmarkt).

Mehr dazu: http//schweigenfuerfrieden.com