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IMG_2845die haben wirklich hand angelegt. sie sagen, frei heraus, „händisch“ im zusammenhang mit „siebdruck“. was immer das konkret bedeuten könnte, ist meine hypothese, dass wohl jeder der siebenhundert umschläge des buches „dich“ etwa zwei bis drei mal wenigstens in beide hände genommen werden musste. händisch wird im industrialisierten zeitalter, wo die oberflächen selbst bei gedichtbänden vor fettem glanz strahlen wie ein atommeiler, eigentlich nur wenig gemacht. aber die vom DRUCKWERK arbeiten mit den händen. sie greifen an. greifen auf. packen zu und ein. und so weiter und so fort. und: die wörter dingen in den leib des papiers. so geht „dich“ den weg aller materie. endloses miteinander. andauerndes fügen.

und du merkst das dem buch an. jede_r nimmt es in die hand und seine gesichtszüge verändern sich. der blick geht leicht zurück, nicht messbar, aber sichtbar im antlitz. das ist mir jetzt so heaus gerutscht, aber es passt: aus den gesichtern werden antlitze. einer dieser unmeßbaren unterschiede, eine dieser unsichtbaren verschiedenheiten, einer dieser durchaus lesbaren aber unmerklichen zwischenräume, gewaltig winzig. so geht: m.p.g.a. wie verlieren ohne verloren zu sein. wie hingeben ohne hingabe?

es ist klar und offenbar: du bist ein gedicht. ein gedicht zu lesen ist wie der unermessliche weg vom gesicht zum antlitz. so bist du wegweiserin und wegweiser. eine art google-maps für unter- und übersinnliches. wie sekundenschläfer. wie auf der seelenautobahn. sie haben ihr ziel erreicht: druckwerk – lustenau – hofsteigstrasse 21 – donnerstag – 30.03.2017 – 19 uhr, lesen wir.