fasten2. gerecht

ge recht igkeit < aus dem mittelhochdeutschen gerehtikeit  –
„sie suchen mich tag für tag; / denn sie wollen meine wege erkennen. wie ein Volk, das gerechtigkeit übt / und das vom recht seines gottes nicht ablässt, so fordern sie von mir ein gerechtes urteil / und möchten, dass gott ihnen nah ist“ (kap 58, vers 2) .

fasten2. es sind 39 tage. kein verzichten. bescheiden angehen. und realistisch. den menschen und der welt verpflichtet. ohne wenn und aber. ohne doppelte böden und ohne netz. glücklich, wer nicht mehr verzichten muss. gesegnet, wer sich – jetzt – entscheiden kann. es gilt: alles kann, nichts muss. aber das gilt. es bleiben 39 tage im pro. gramm. > zum voranschreiten, öffentlich hinschreiben. neununddreissig leben zum verschreiben. mit lebenstinte. deinem saft.

rede mit dem supervisor: JESAJA. in deiner wüste, in deiner stadt, in deinem leben.

ansage für 07032019: suchen, erkennen, wege gehen, bauen, üben, üben – fordern, nähe vielleicht …

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fasten1 pro gramm

pro gramm < gehört zu: prográphein (gr) = voranschreiben; öffentlich hinschreiben

fasten1. es sind 40 tage. keine verkleidungen. kein verzichten. bescheiden angehen. und realistisch. den menschen und der welt verpflichtet. ohne wenn und aber. ohne doppelte böden und ohne netz. glücklich, wer nicht mehr verzichten muss – darauf. gesegnet, wer sich – jetzt – entscheiden kann. es gilt: alles kann, nichts muss. aber das gilt.

wir begrüßen JESAJA. programmchef und/oder supervisor, unterhalter, rufer in der wüste – deine entscheidung für dich. siehe ansage oben und das gesamtprogramm hat schon charakter.

ansage für 06032019: rufe aus voller kehle, halte dich nicht zurück …“.

was ist möglich, was ist fix? ergebnisoffen – lustiges wörtchen.<

02102018: Zum Tag der Gewaltfreiheit

schweigenfuerfrieden_PK2018„Kein menschliches Wesen wird mit Gewalt geboren, die Gewalt ist kein Schicksal, sie ist eine innere Ausrichtung. Aufgrund dessen ist das Gegenteil ebenfall möglich. Die Methode der Gewaltfreiheit ist das einzige Mittel von Wert, um die Gewalt in der Welt zu beenden.“ Im Jahr 2007 hat die Generalversammlung der UNO den Internationalen Tag der Gewaltfreiheit auf dem 2. Oktober festgesetzt, den Geburtstag von Mahathma Ghandi. Heuer – 2018 – wird er zum 11. Mal begangen. Die Gewalt entwickelt sich in allen möglichen Formen auf der ganzen Welt recht heftig. Konventionelle Kriege, Landbesetzungen, nukleare Bedrohungen (die uns in eine katastrophale nukleare Zukunft führen könnten), Hungersnöte, massive Migration, ökonomische Ausbeutung, die Flüchtlingskrise mit Millionen von Betroffenen, terristische Attacken, Gewalttaten in Schulen, in den Städten, ja in der Familie, im eigenen Zuhause. Aber neben dieser äußerlichen Gewalt gibt es auch Gewalt im Inneren von Menschen und sie drückt sich aus in Form eines Leidens, das zur Quelle der Zerstörung werden kann. Gewalt also, in all diesen Formen, ist ein fundamentales Element eines individualistisch und entmenschlichend orientierten Systemes und generiert dadurch immer wieder und immer mehr Gewalt. Dennoch: Es gibt es eine mögliche Lösung des Problems: Die Methode der aktiven Gewaltlosigkeit. Gewaltlosigkeit (oder: gewaltfreies Handeln) bezeichnet eine neue Sensibilität, die in den letzten Jahren gewachsen ist, und findet Ausdruck im zunehmenden Widerspruch zu unterschiedlichen Formen von Gewalt in verschiedenen Kontinenten und großen und kleineren Gruppierungen von Menschen aber auch in individuellen Aktionen und persönlichen Haltungen. Gewaltfeiheit ist eine Aktionsmethode (Handlungsweise), in der eine tiefgehende individuelle und soziale Veränderung eingeübt wird, mit dem Ziel, dem menschlichen Wesen absoluten Wert beizumessen. Gewaltlosigkeit ist eine Kraft und fähig, aktuelle Ereignisse in ihrer inhumanen und gewaltsamen Ausrichtung zu verändern.

Gewaltlosigkeit versucht angesichts des Lebens eine neue Haltung voranzutreiben – nach innen hin wie nach aussen – wobei die wichtigsten „Werkzeuge“ darin bestehen:

  • Die persönliche Veränderung, innere Bestärkung und Entwicklung simultan mit einer sozialen Transformation.
  • Zurückweisung und Verweigerung gegenüber verschiedenen Formen von Diskriminierung und Gewalt.
  • Die Nicht-Kooperation mit gewaltsamen Praktiken
  • Die Denunzierung aller diskriminierenden und gewaltvollen Handlungen
  • Ziviler Ungehorsam angesichts institutionalisierter Gewalt
  • Die Organisation und Mobilisierung sozialen, freiwilligen und solidaren Handelns
  • Die Entwicklung von persönlichen Tugenden und von besseren, tiefergehenden und nachhaltigeren menschlichen Bestrebungen

In der Geschichte der Welt hat die Methode gewaltfreier Aktion Ausdruck gefunden hauptsächlich in Entwicklungen zur Veränderung der Welt. Beiträge wie jene von Leo Tolstoi, Mahatma Ghandi, Martin Luther King oder – in der jüngeren Geschichte – durch die Leitlinien der Gewaltfreiheit und Gedanken von SILO, des Gründers der Bewegung des ‚Neuen Humanismus‘. Aber gewaltfreies Handeln findet sich ebenfals in tausenden Aktionen von Gemeinschaften oder von ganz alltäglichem Verhalten von Menschen auf der ganzen Welt. Es sind Organisationen, Freiwilligengruppen, NGOs und euch einzelne Menschen, die in einem Geist der Solidarität versuchen, Situationen der Gewalt, in denen sie leben, zu verändern. Das sind die Zeichen der Gewaltlosigkeit, die Zeichen auch einer neuen Spiritualität und einer neuen Solidarität. Es sind auch Zeichen für einen neuen persönlichen und sozialen Horizont, den wir aufbauen, weil wir ihn notwendig haben. Es sind auch Zeichen einer gewaltfreien Evolution an der jede und jeder Einzelne teilhaben kann. Schritt für Schritt begreift man: „Ohne Fortschritt für alle, wird es keinen Fortschritt für niemanden geben.“ Es ist an der Zeit, die sanfte und mächtige Botschaft der Gewaltfreiheit auszudrücken. Es ist an der Zeit und die Notwendigkeit ist groß, um unsere besten Fähigkeiten einzusetzen für eine gewaltfreie Zukunft. „Gewaltfreiheit ist der Weg zu einer friedlichen Welt“ – das ist die Botschaft für den 11. Internationalen Tag der Gewaltfreiheit am 2. Oktober 2018.

Sich weigern, passiv zu bleiben

Aus der Protest-Erklärung von Pax Christi International gegen den weltweit in unseren Gesellschaften zunehmenden Antisemitismus vom 4. Juni 2018

(…) „In Erinnerung an Bischof Pierre-Marie Théas (1894–1977) –  Mitbegründer der internationalen katholischen Friedensbewegung pax christi –  will die internationale katholische Friedensbewegung pax christi gegen Antisemitismus protestieren und ruft alle Gläubigen und alle Menschen, die guten Willens sind, dazu auf, sich der Herausforderung des Antisemitismus zu stellen, sich zu weigern, im Angesicht des Bösen passiv zu bleiben oder zu schweigen und nicht selbst zu einer Ursache des Bösen zu werden. Die internationale katholische Friedensbewegung Pax Christi sagt Nein zur sündigen Struktur des Antisemitismus.“ 

Diesen Gedanken stellen wir im „Schweigen für Frieden“
am Montag, 4. Juni 2018 (18h – 18.30h, Bregenz, Kornmarktplatz)
in den Mittelpunkt – dem Motto entsprechend:
Schweige und höre – neige Deines Herzens 
Ohr – suche den Frieden!

 

 

nicht vergessen

Scholl-Denkmal,_München

„Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique ´regieren´ zu lassen“.

Heute ist der 75. Todestag von Mitgliedern der ‚Weißen Rose‘. Am 22. Februar 1943 verurteilte der NS-Richter Freisler die Geschwister Sophie und Hans Scholl sowie den Mitangeklagten Christoph Probst zum Tod durch das Fallbeil. Alexander Schmorell wurde am 24. Februar 1943 bei einem Fluchtversuch in die Schweiz verhaftet und ist am 13. Juli hingerichtet worden. Willi Graf wurde am 18.02.1943 verhaftet und am 12. Oktober hingerichtet. Kurt Huber wurde gemeinsam mit Graf und Schmorell am 19. April 1943 zum Tode verurteilt, er starb am 12. Oktober durch das Fallbeil.

Das Zitat am Beginn des Textes, ist dem ersten Flugblatt der ‚Weißen Rose‘ entnommen. Es wird hier zitiert, wegen des auffallenden aktuellen Bezuges zu politischen Situation in Österreich – aber nicht nur in Österreich!

Nicht vergessen! Denke daran, dass wir unsere Freiheiten festhalten sollen, wie unser Gewissen. Das geht nur im Widerstehen!

Das Foto zeigt das Denkmal für die ‚Weiße Rose‘ an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
(c) By Gryffindor (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons.

Friedensarbeit tut allen gut

„Jede_r von uns kann konkret Nein zur Gewalt sagen, soweit das von ihm oder ihr abhängt! Denn die Siege, die man durch Gewalt erringt, sind falsche Siege, während das Arbeiten für den Frieden allen gut tut!“

Das monatliche Treffen zum halbstündigen  „Schweigen für Frieden“ auf dem Bregenzer Kornmarkt (18h – 18.30h) ist eine Form des schweigenfuerfrieden_PK2018„Arbeitens für den Frieden, der allen gut tut.“ Die persönlichen Bemühungen um eine friedliche Welt im Großen wie im Kleinen sind in diesen Tagen unverzichtbar. Wer im Schweigekreis steht, weiss und will sagen, dass das GEMEINWOHL stets VORRANG haben soll.

Die aktive Gewaltfreiheit ist für den persönlichen wie für den öffentlichen und/oder politischen Einsatz von hohem Wert. Gewaltfreies Handeln ist der Königsweg zu einer Gesellschaft, die weiss „das Frieden nicht alles ist aber auch, dass ohne Frieden alles nichts ist (Willy Brandt).

Die Einladung in den Schweigekreis, zum Mit- und Nachdenken und zum persönlichen, sozialen und politischen Handeln auf dem Weg zu einem gerechten Frieden, kennt keine weltanschaulichen, politischen und religiöse oder andere Grenzen. Es ist – in erster Linie – eine Frage der Menschlichkeit aus der Überzeugung heraus, dass wir „anständig zusammen leben können“ (H. Geissler) und dafür Verantwortung übernehmen.

Nächster Treffpunkt:
Montag, 4. Juni 2018, 18h – 18.30 h – Bregenz, Kornmarkt

Gedanken des Friedens denken

Es war dunkel, es war sehr windig und es war kalt. Und es war der erste Abend in neuen Jahr 2018, Neujahrsabend. Und es war „Internationaler katholischer Friedenstag“, seit 51 Jahren am 1. Jänner vom Papst ausgerufen. Eine Dame mittleren Alters stand bereits auf dem Kornmarktplatz. „Man hat es bei der Messe in der Herz-Jesu-Kirche angesagt“, deshalb sei sie hier. Nach und nach sieht man Frauen und Männer auf dem Platz ankommen. Sie begrüssen einander, man stellt sich vor und eine gewisse Erwartung liegt in der Luft. Sie bleibt, auch wenn heftiger, kalter Südwind über den Kornmarktplatz pfeift.

fullsizeoutput_2f15Es ist ziemlich schwierig, den ganzen, sehr grossen Kreis der schweigenden Menschen abzubilden. So sieht man hier auf dem Foto eben nur ein Viertel derer, die 30 Minuten ohne ein Wort zu gebrauchen als Demonstranten_innen für weltweit friedliches und gewaltfreies Miteinander einstehen.

Fast ‚ideale‘ Bedingungen für ein Zeichen, das auf diese Weise sagen könnte, dass der Friede unabhängig von Wind und Wetter als starke Sehnsucht unter den Menschen da ist. Und die Sehnsucht nach dem Frieden – ob im Grossen oder Kleinen kann man einfach vernachlässigen – ist immer schon wie ein Auftakt, ein Anfang, ein Neubeginn inmitten der Gesellschaft da. Als Erinnerung an die reale Möglichkeit eines friedvollen Zusammentuns, Zusammenlassens und Zusammenseins.

Aus dem ganzen Land – von Bürs bis Bregenz – waren die fast 30 Leute – einige Passanten_innen stellten sich etwa eine Viertelstunde in den Kreis, suchten dann verständlicherweise das Warme  🙂) – zusammen gekommen, um – jeder auf seine Art und Weise – dem bleibenden Motto der Demonstration Gestalt zu verleihen: „Schweige und höre, neige Deines Herzens Ohr – suche den Frieden.“

Das SCHWEIGEN FÜR FRIEDEN findet auch 2018 jeweils am 1. Montag eines jeden Monats auf dem Bregenzer Kornmarkt statt. Der kommende Termin fällt auf den 5. Februar 2018 – die Einladung gilt. Mehr darauf auf der Projekthomepage.